Die meisten Bestandteile von Wasserversorgungen weisen eine technische und wirtschaftliche Langlebigkeit von mehreren Jahrzehnten auf. Einmal getroffene Entscheidungen lassen sich nachträglich oftmals nur mit hohem Aufwand korrigieren. Gleichzeitig unterliegt die Wasserversorgung einem stetigen Wandel. Wasserversorgungen müssen auf die sich verändernden Rahmenbedingungen und Anforderungen hin angepasst werden. Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich, langfristige strukturelle Investitionen nicht nur anhand des aktuellen Wasserbedarfes und der aktuellen Rahmenbedingungen, sondern auch unter Berücksichtigung von etwaigen zukünftigen Entwicklungen im Wasserbedarf und im dagegenstehenden Wasserdargebot zu tätigen.
von: Philipp Jünemann (GELSENWASSER Energienetze GmbH)
Die Umsetzung der Trinkwassereinzugsgebieteverordnung (TrinkwEGV) stellt insbesondere kleinere Wasserversorger vor neue organisatorische Herausforderungen. Der Erfahrungsbericht der Stadtwerke Memmingen zeigt vor diesem Hintergrund, wie durch eine strukturierte Methodik gemäß dem DVGW-Merkblatt W 1004 und den
Einsatz der Software RiskPlus ein belastbares Risikomanagement aufgebaut werden kann – mit nachhaltigem Erkenntnisgewinn für die Einzugsgebiete und guter Vorbereitung auf weitere regulatorische Anforderungen.
von: Sebastian Sturm (TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser), Thomas Junger (Stadtwerke Memmingen) & Katrin Vujnovic (Disy Informationssysteme GmbH)
Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) versorgt täglich mehr als eine Million Menschen mit Trinkwasser und entsorgt umweltgerecht Abwasser in 43 Gemeinden und Städten sowie für einen Zweckverband. Als öffentlicher Wasserversorger kümmert der Verband sich darüber hinaus um die Versorgung von Industrie und Gewerbe sowie Landwirtschaft mit Trink- oder Brauchwasser. Das Verbandsgebiet erstreckt sich vom Dollart bis zum Dümmer und auf vier der sieben Ostfriesischen Inseln. Gemessen an der Fläche ist der OOWV Deutschlands größter Wasserversorger, der mit seinen rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu den wichtigen Arbeitgebern im Nordwesten zählt. Die Trinkwasserabgabe an die Kunden beläuft sich auf ca. 80 Mio. m³ jährlich.
von: Stefan Wallschlag (OOWV)
Am 24. Juni 2023 ist in Deutschland eine neue Trinkwasserverordnung (TrinkwV) in Kraft getreten, die in wesentlichen Teilen eine Umsetzung der EU-Trinkwasserrichtlinie vom 12. Januar 2021 in nationales Recht darstellt. In der neuen TrinkwV sind erstmalig zwei Grenzwerte für die per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) genannt. Seit dem 12. Januar dieses Jahres gilt der neue Trinkwassergrenzwert für per- und polyfluorierte Alkylverbindungen Summe PFAS-20 von 0,10 μg/L. Vor diesem Hintergrund stellt der vorliegende Beitrag die vielfältigen Aktivitäten des DVGW und seiner Forschungsinstitute auf dem Gebiet der PFAS vor.
von: Dr. Frank Sacher (TZW), Dr. Ulrich Borchers (IWW), Prof. Dr. Mathias Ernst (TUHH) & Daniel Trösch (DVGW)
Der Energieträger Wasserstoff spielt im Rahmen der Energiewende eine immer wichtigere Rolle und wird dadurch perspektivisch größere Verbreitung in der öffentlichen Energieversorgung finden. Aufgrund seiner spezifischen physikalischen Eigenschaften sind in der Transport- und Verteilinfrastruktur jedoch – im Vergleich zu Erdgas – besondere sicherheitstechnische Fragestellungen zu beachten. Der vorliegende Fachbeitrag erläutert vor diesem Hintergrund die Grundlagen der Wasserstoffsicherheit auf der Basis erster Erfahrungen aus Bauvorhaben und DVGW-Forschungsprojekten und deren Einfluss auf die Schaffung einer angepassten Sicherheitsphilosophie.
von: Daniel S. Bick, Clemens B. Domnick, Ann-Christin Fleer & Arnd Schmücker (alle: Open Grid Europe GmbH)
Biomethan in öffentliche Gasnetze einzuspeisen, ist ein zentraler Baustein der Energiewende – zugleich aber technisch anspruchsvoll und sicherheitskritisch. Schwankende Gaszusammensetzungen, variierende Substrate in der Biogaserzeugung und zunehmend strengere normative Vorgaben stellen Netz- und Anlagenbetreiber vor erhebliche Herausforderungen. Um die Gasqualität zuverlässig zu überwachen, Grenzwerte einzuhalten und eine hohe Einspeiseverfügbarkeit sicherzustellen, sind durchdachte Gasmess- und Überwachungsketten erforderlich, die über abrechnungsrelevante Gasbeschaffenheitsmesssysteme hinausgehen und die einzuspeisenden Gasmengen auf nicht zulässige Gasbegleitstoffe überwachen.
von: Patrick Schulze (WORDFINDER GmbH & Co. KG)
Die Überprüfung der Gasverteilnetze ist seit jeher eine zentrale Aufgabe der Netzbetreiber. Bislang stand bei der Netzkontrolle die Ortung von Gasaustrittsstellen zur Gefahrenabwehr im Vordergrund. Mit der im August 2024 in Kraft getretenen EU-Methanverordnung (EU) 2024/1787 wurden jedoch zusätzliche Pflichten definiert, die das Aufgabenspektrum der Netzbetreiber wesentlich erweitern. Denn gemäß der EU-Verordnung müssen Methan-Emissionsquellen nicht nur erkannt, sondern auch quantifiziert, dokumentiert und beseitigt werden. Zudem müssen in regelmäßigen Abständen Berichte erstellt werden. Dabei gelten teils deutlich kürzere Prüfzyklen sowie neue Anforderungen an die Nachweisführung und die Messmethodik.
von: Torsten Berkenbusch (Berkenbusch Ingenieurbüro GmbH)
Im vorliegenden Beitrag werden die Ergebnisse des DVGW-Forschungsvorhabens „Neue Methoden zur Erfassung des Korrosionsschutzes“ (NEMEK) vorgestellt. NEMEK umfasste Messungen an einer Modellrohrleitung, Feldversuche an den Rohrleitungen der Projektpartner sowie die abschließende Bewertung der Verfahren. Das Forschungsvorhaben zeigt die Möglichkeiten von neuen Messverfahren in Bezug auf den Wirkungsnachweis des kathodischen Korrosionsschutzes auf. Die Ergebnisse und die Möglichkeiten für zukünftige Entwicklungen werden dargelegt.
von: Dr. Markus Büchler (SGK Schweizerische Gesellschaft für Korrosionsschutz)
Europas langfristiger Weg in Richtung Klimaneutralität nimmt zumindest auf politischer Ebene immer konkretere Gestalt an. Mit der Einigung auf ein Mittelfristziel von 90 Prozent Nettoreduktion der Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2040 (gegenüber 1990) hat die EU die regulatorischen Grundlagen für eine neue Runde klimapolitischer Gesetzgebung geschaffen. Zugleich macht die Vereinbarung deutlich, dass ein wachsender Ambitionsgrad bei der Emissionsreduktion nicht nur eine beschleunigte Dekarbonisierung, sondern weitere Mittel erfordert. Dazu gehören die Anrechnung internationaler Kohlenstoffkredite auf die Emissionsziele, aber mit fortschreitender Zeit auch der zunehmende Einsatz von Methoden der CO2-Abscheidung mit anschließender Speicherung oder Verwertung.
von: André Wolf (Centrum für Europäische Politik)
Carbon Capture and Storage (CCS) gilt als wichtiger Baustein für die Dekarbonisierung energieintensiver Industrien. Im Interview erläutert Hilmar Girnus, Director bei der Beratungsagentur navos, die Ergebnisse einer gemeinsam mit Civey und der Deutschen Carbon Management Initiative durchgeführten Umfrage zur CCS-Akzeptanz. Er erklärt, warum die öffentliche Meinung zwischen Zustimmung, Skepsis und Unentschlossenheit schwankt – und welche Rolle Kommunikation, Kostenfragen und frühe Beteiligung für den Erfolg von Onshore-CCS-Projekten spielen.
Insgesamt 40 wasserwirtschaftliche Außenstationen innerhalb von drei Tagen vom Mobilfunkstandard 3G auf 5G umzurüsten – und das ohne Betriebsunterbrechung:
Dieses anspruchsvolle Unterfangen haben die Stadtwerke Trier (SWT) gemeinsam mit der BN Automation AG (BNA) nach entsprechender Vorbereitung und Planung mit Technologie von Siemens umgesetzt. Das Ergebnis ist eine Fernwirkinfrastruktur, die aktuellen Sicherheitsanforderungen entspricht und den jährlichen Wartungsaufwand reduziert. Der vorliegende Fachbeitrag stellt das Projekt vor und erläutert u. a., auf welche weiteren Anwendungsbereiche sich die Technologie übertragen lässt.
von: Hana Dvořáčková (Siemens AG)
Nach 13 Jahren im Einsatz hat das Zugangsportal für das DVGWRegelwerk Online einen umfassenden Relaunch erhalten. Für Nutzerinnen und Nutzer, die über www.dvgw-regelwerk.de auf das Portal zugreifen, bedeutet dies nicht nur eine moderne Benutzeroberfläche, sondern auch eine grundlegend erneuerte technische Infrastruktur, die den heutigen Anforderungen und Standards entspricht.
von: Tatjana Cichura, Elisabeth Hörning (beide: DVGW e. V.) &
Anja Klausener (wvgw mbH)
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