Die Glasindustrie zählt zu den energieintensiven Grundstoffindustrien und ist aufgrund ihrer hohen Prozesstemperaturen in besonderem Maße auf eine verlässliche und kontinuierliche Energieversorgung angewiesen. Die Dekarbonisierung der Branche erfordert deshalb nicht nur den Ersatz fossiler Energieträger, sondern eine tiefgreifende technologische und infrastrukturelle Transformation. Neben der Elektrifizierung rückt Wasserstoff als zentraler Baustein in den Fokus. Der Beitrag analysiert die Rolle von Wasserstoff im Kontext der Transformationspfade der Glasindustrie, zeigt technische, wirtschaftliche und infrastrukturelle Herausforderungen auf und leitet zentrale Anforderungen an Politik und Energiesystem ab. Wasserstoff ist dabei weder Allheilmittel noch bloße Zukunftsvision, sondern ein wichtiger komplementärer Lösungsansatz – insbesondere für Hochtemperaturprozesse, in denen eine vollständige Elektrifizierung an Grenzen stößt.
von: Niklas Wester (Bundesverband Glasindustrie e. V.)
Deutschland ist auf dem Weg zur Klimaneutralität. terranets bw ist Teil dieser Transformation. Damit die Energiewende gelingt, braucht es ein leistungsfähiges Gastransportsystem. terranets bw setzt alle Ausbaumaßnahmen wasserstofftauglich um und leistet damit einen wesentlichen Beitrag für eine klimaneutrale Energieversorgung. Während des Ausbaus der erneuerbaren Energien sichern Gaskraftwerke die Energieversorgung.
von: Heiko Reith (terranets bw GmbH)
Der neue Grenzwert der Trinkwasserverordnung für die 20 festgelegten Einzelsubstanzen der PFAS ist am 12. Januar 2026 in Kraft getreten und sowohl die analytische Überwachung als auch die bei öffentlichen Wasserversorgern notwendigen Maßnahmen laufen nun routinemäßig und überwiegend problemlos. Bisher wurden jedoch die Proben nahezu ausnahmslos an Ausgängen der Wasserwerke entnommen, weil der Parameter PFAS-20 in die Liste nach Anlage 2.I TrinkwV aufgenommen wurde. Das bedeutet, dass angenommen wird, dass sich die Konzentration der PFAS im Verteilungsnetz einschließlich der Gebäudeanlagen in der Regel nicht mehr erhöht. Aber ist das wirklich so? Der vorliegende Beitrag beleuchtet insbesondere den Bereich der Gebäudewasserversorgungsanlagen, da sichergestellt sein muss, dass die Verbraucher aus ihrer Entnahmestelle einwandfreies Trinkwasser beziehen.
von: Dr. Ulrich Borchers (IWW Zentrum Wasser)
Mit der Überführung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie in deutsches Recht ist ein Risikomanagement nach der Trinkwassereinzugsgebieteverordnung (TrinkwEGV) und der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) durch die Betreiber von Versorgungsanlagen umzusetzen. Die Umsetzung nach TrinkwEGV war bereits 2025 abzuschließen. Obwohl die Frist nach TrinkwV erst Anfang 2029 endet, haben die Stadtwerke Weißenfels GmbH (SWW) und die Technischen Werke Naumburg GmbH (TWN) bereits heute ihre vollständigen Versorgungssysteme umfassend bewertet und dabei Synergien nutzen können. Der Fachbeitrag berichtet von den dabei gemachten Erfahrungen und Erkenntnissen.
von: Leonard Reißenweber, Tobias Martin (beide: TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser) & Dennis Hannich (Servicegesellschaft Sachsen-Anhalt Süd mbH)
Angesichts zunehmender Hitze- und Trockenperioden steht die Trinkwasserversorgung in den Sommermonaten vielerorts unter Druck. Als ein möglicher Lösungsbaustein werden immer wieder anreizbezogene Wasserentgelte diskutiert, um einen sorgsameren Umgang mit Wasser zu fördern. Welche ökonomischen und rechtlichen Aspekte hierbei zu beachten sind, haben die Autorinnen und Autoren dieses Fachbeitrags in dem Gutachten „Umsetzung der Maßnahme M 9 ‚Tarife und Entgelte‘ des Zukunftsplans Wasser“ für das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat untersucht. Der vorliegende Beitrag fasst die zentralen Ergebnisse zusammen.
von: Christoph Czichy (MOcons GmbH & Co. KG), Siegfried Gendries (LebensraumWasser Consulting) & Jana Siebeck (Becker Büttner Held)
Unternehmen und Akteure der kritischen Infrastruktur sehen sich heute mit vielfältigen hybriden Bedrohungsszenarien konfrontiert und sind in diesem Zusammenhang gefordert, wirkungsvolle Schutzkonzepte zu erarbeiten. Entsprechende Maßnahmenkataloge sind auf dem Papier zwar schnell geschrieben – ob sie in der Praxis im Ernstfall aber tatsächlich tragen, zeigt sich erst unter Druck. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang, ob Organisationen handlungsfähig bleiben – und das ist vor allem eine Frage von Struktur und Übung.
von: Manfred Godek (Monheim)
Die Aufbereitung von Biogas zu Biomethan und die anschließende Einspeisung in das bestehende Erdgasnetz sind eine gute Möglichkeit, um Biogasanlagen effizient und flexibel betreiben zu können. Insbesondere für kleinere Anlagen bietet sich hierfür die Clusterung an. Der Fachbeitrag erläutert vor diesem Hintergrund die einzelnen Bestandteile eines Biogasanlagen-Clusters und rechnet anhand eines Beispiel-Clusters vor, welche (finanziellen) Vorteile sich dadurch ergeben können.
von: Katharina Bär, Maria Prinz, Friedemann Mörs & Frank Graf (alle: DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut des Karlsruher Instituts für Technologie)
Der Prozess der Wasserförderung beansprucht in der Regel den größten Anteil des Energiebedarfs im Bereich der gesamten Wasserversorgung. Der vorliegende Fachbeitrag zeigt vor diesem Hintergrund auf, wie durch Optimierungen unterschiedlicher Faktoren in der Wasserförderung eine große Energieeinsparung erzielt werden kann. Es werden die Grundlagen des Energiebedarfs erläutert, die Vorgehensweise bei der Untersuchung von Optimierungspotenzialen aufgezeigt und eindrucksvolle Ergebnisse von verschiedenen Optimierungsmaßnahmen der Brauchwasserförderung im Hessischen Ried vorgestellt.
von: David Trietsch (Hessenwasser GmbH & Co. KG)
Im Forschungsprojekt aKtIv wurde ein Entscheidungsunterstützungssystem zur Erhöhung der Resilienz von Wasserversorgungssystemen entwickelt. Grundlage bildet ein Digitaler Zwilling eines Teilbereichs des Versorgungsgebiets, der u. a. Echtzeit-Betriebsdaten, historische Verbrauchswerte und weitere relevante Einflussgrößen integriert. Mithilfe neuronaler Netze konnten kurzfristige Bedarfsprognosen mit einer Genauigkeit von über 90 Prozent erstellt und in ein mathematisches Optimierungsmodell überführt werden, welches eine präventive und ressourcenschonende Netzsteuerung ermöglicht. Die Simulationen zeigen eine mögliche Reduktion von Lastspitzen um bis zu 38 Prozent an Hochsommertagen und 18 Prozent an durchschnittlichen Tagen. Neben technischen Aspekten wurden zudem infrastrukturelle, rechtliche und betriebswirtschaftliche Rahmenbedingungen sowie ergänzende Maßnahmen zur Vermeidung von Mangellagen diskutiert.
von: Natalie Pikos, Arathy Pillai, Jörg Grischy & Ronald Roepke (alle: Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz GmbH)
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