Dieser Fachbeitrag untersucht den Stand der satellitengestützten Erfassung von Methanemissionen im Kontext der Anforderungen der EU-Verordnung zur Reduktion von Methanemissionen im Energiesektor. Aktuelle und geplante Satellitenmissionen zur Erfassung von Methanquellen erhalten viel Aufmerksamkeit, sind jedoch vor allem für regionale oder globale Beobachtungen geeignet. Hochauflösende Instrumente wie Hyperspektralsensoren oder spezialisierte kommerzielle Satelliten können zwar kleinere Emissionsquellen identifizieren, sind jedoch in ihrer Verfügbarkeit, räumlichen Abdeckung und Datenzugänglichkeit eingeschränkt. Zukünftige Technologien wie laserbasierte LIDARSysteme auf Satelliten versprechen zwar Verbesserungen, werden aber in absehbarer Zeit nicht flächendeckend und in gewünschter hoher räumlicher Auflösung Daten liefern.
von: Susanne Schödel (Susanne Schödel GmbH Environment Data)
Hohe Strompreise, stockender Netzausbau und wachsende Zweifel an der bisherigen Energiewende-Strategie: DVGW-Vorstand Prof. Dr. Gerald Linke fordert einen energiepolitischen Kurswechsel. Im Interview warnt er vor den Folgen einer „Totalelektrifizierung“, plädiert für mehr Technologieoffenheit und sieht Wasserstoff sowie grüne Gase als unverzichtbar für Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit. Warum aus seiner Sicht Biomethan zur pragmatischen Brückentechnologie werden könnte, erklärt er ebenso wie die Ergebnisse der aktuellen DVGW-Wärmekostenstudie.
Die fortschreitende Digitalisierung und die Transformation unserer Energiesysteme sind die beiden zentralen Mega-Trends unserer Zeit. Lange wurden diese beiden Entwicklungen weitgehend isoliert voneinander betrachtet. Rechenzentren galten primär als gigantische Stromverbraucher, während die Energiewirtschaft
vor allem mit der Defossilierung der eigenen Erzeugungsanlagen beschäftigt war. Das Projekt „Green Rocks“ in Mainz beweist jedoch, dass digitale Infrastruktur und die kommunale Wärmewende kein Widerspruch sind, sondern untrennbar zusammengehören. Durch eine konsequente Sektorenkopplung wird aus dem Rechenzentrum ein aktiver Baustein der nachhaltigen Energieinfrastruktur.
von: Markus Blüm (Green Mountain KMW Data Center GmbH)
Die zuverlässige Versorgung der Allgemeinheit mit Trinkwasser ist ein zentraler Bestandteil des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenlebens in Deutschland – entsprechend schwerwiegend wirken sich Unterbrechungen aus. Um im Fall einer solchen Unterbrechung der Versorgung mit Trinkwasser und auf die
daraus resultierende Umstellung auf eine andere Wasserversorgung vorbereitet zu sein, sind Versorger laut Trinkwasserverordnung dazu verpflichtet, entsprechende Maßnahmenpläne vorzuhalten. Das überarbeitete DVGW-Arbeitsblatt W 1020 gibt vor diesem Hintergrund praxisnahe Hinweise, welche Synergien bei der Erarbeitung von Handlungsplan und Maßnahmenplan genutzt werden können.
von: Bernd Hartung (Bochum), Prof. Dr.-Ing. Steffen Krause (Universität der Bundeswehr München) & Dr. Ludwig Walters (Gesundheitsamt Oberallgäu)
Mit steigenden Wassertemperaturen und zunehmenden Starkregenereignissen als direkten Folgen des Klimawandels werden in Europa perspektivisch höhere Mengen an organischen Stoffen und Mikroorganismen in Rohwässern vorkommen. Gut etablierte Prozesse, die bisher eine hohe Trinkwasserqualität garantieren, müssen verändert und angepasst werden: So ist in Südeuropa schon heute eine Desinfektion des Trinkwassers notwendig, und möglicherweise werden in Zukunft auch nordeuropäische Wasserversorger in der regulären Wasseraufbereitung einen Desinfektionsschritt durchführen müssen. Das kürzlich abgeschlossene Forschungsprojekt SafeCREW hat vor diesem Hintergrund bisher unbekannte Nebenprodukte der Desinfektion untersucht und bereits bekannte Nebenprodukte und deren Entstehung weiter charakterisiert. Der Fachbeitrag beleuchtet eine Auswahl von Ergebnissen, die im Rahmen von SafeCREW gemacht wurden.
von: Prof. Dr.-Ing. Mathias Ernst (DVGW-Forschungsstelle an der Technischen Universität Hamburg) et al.
Der neue Grenzwert der Trinkwasserverordnung für die Summe aus 20 PFAS ist am 12. Januar 2026 in Kraft getreten. Sowohl die analytische Überwachung als auch die bei einzelnen Wasserversorgern notwendigen Maßnahmen laufen routinemäßig und überwiegend problemlos. Die Erkenntnisse über die Befundlage in Deutschland sind heute robust und die untergesetzlichen Regelungen vollständig. Daher soll in diesem Beitrag eine erste Bilanz gezogen werden.
von: Dr. Ulrich Borchers (IWW Zentrum Wasser) & Dr. Frank Sacher (TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser)
Immer mehr Städte setzen auf Cooling-Maßnahmen, um die Auswirkungen der häufiger auftretenden Hitzeperioden in den Sommermonaten für die Bevölkerung abzumildern. Gerade im Bereich von Hitzeinseln in stark versiegelten Innenstädten sind Zapfstellen für Trinkwasser und Installationen, die Wasser vernebeln,
zunehmend gefragt. Wie kann ein hygienischer Betrieb dieser Trinkwasser-Vernebler überwacht werden? Und welche Maßnahmen können bereits bei der Planung berücksichtigt werden? In diesem Fachbeitrag werden zwei Anwendererfahrungen – zum einen aus der Stadt Wien und zum anderen aus dem Gelsenwasser-Versorgungsgebiet – beschrieben.
von: Melanie Schneider (Westfälische Wasser- und Umweltanalytik GmbH), Rafael Rüdel (Gelsenwasser AG) & Marija Zunabovic-Pichler (Wiener Wasser)
Die Applikation einer Kombination der Durchflusszytometrie und Fluoreszenzspektroskopie als echtzeitfähige Monitoringverfahren wurde in einem realitätsnahen Wasserverteilungssystem evaluiert. Die Kombination beider Methodiken erlaubte den Nachweis diverser Fremdwässer mit 1 Vol.-% in nahezu Echtzeit. Synergieeffekte traten vor allem unter Differenzierung der organischen und mikrobiellen Zusammensetzung der Wässer auf.
von: Jon Wullenweber (DVGW-Forschungsstelle an der Technischen Universität Hamburg)
Im Projekt „HySpeed“ wurde untersucht, unter welchen technischen Randbedingungen größere Strömungsgeschwindigkeiten von Wasserstoff in Gasdruckregelanlagen zulässig sind. Hierfür wurden CFD-Simulationen an realen Gerätegeometrien und experimentelle Untersuchungen an mehreren praxisrelevanten Gerätekonfigurationen durchgeführt. Die Regelstrecken wurden für Erdgas ausgelegt, während die Versuche mit Wasserstoff ohne Anpassungen durchgeführt wurden.
von: Miriam Bäuerle, Eren Tali, Nils Janßen, Dr. Frank Burmeister & Dr. Rolf Albus (alle: Gas- und Wärme-Institut Essen e.V.)
Methanemissionen gelten als schnell erschließbares Potenzial im Klimaschutz und sind gleichzeitig eine der größten praktischen Herausforderungen für Betreiber von Gasinfrastrukturen. Als zweitgrößte Quelle des anthropogenen Beitrags zum Klimawandel nach Kohlendioxid (CO₂) steht Methan (CH₄) in der EU zunehmend im Fokus politischer Bestrebungen zur Emissionsreduktion. Die am 4. August 2024 in Kraft getretene EU-Methanverordnung [1] zielt darauf ab, die Methanemissionen im Energiesektor zu verringern. Sie verpflichtet Betreiber von Gasinfrastrukturen zur Ermittlung bzw. Messung, Berichterstattung sowie Verifizierung von Methanemissionen. Dazu ist insbesondere der Artikel 12 hervorzuheben, der von Betreibern fordert, Emissionen zu quantifizieren und zu berichten. Dieser Fachbeitrag zieht Bilanz und beantwortet dazu die Fragen: Was sind die Erfahrungen aus zwei Jahren Artikel 12? Welche Herausforderungen haben Betreiber und Messende? Und an welcher Stelle stoßen Messmethoden an ihre Grenzen?
von: Jenny Sammüller (DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH)
Der Aufbau und Hochlauf einer wasserstoffbasierten Energieversorgung stellt Netzbetreiber vor tiefgreifende technische und organisatorische Herausforderungen. Mit der Entscheidung für den Aufbau eines nationalen Wasserstoff-Kernnetzes rückt insbesondere die Umstellung bestehender Erdgasinfrastrukturen in den Fokus. Neben regulatorischen und wirtschaftlichen Fragestellungen sind dabei vor allem der sichere Betrieb, Mess- und Abrechnungskonzepte, Werkstoffverhalten sowie neue Anlagen‑ und Verdichtungstechnik von zentraler Bedeutung. Vor diesem Hintergrund hat das Verbundvorhaben GET H2 TransHyDE das Ziel verfolgt, zentrale Fragestellungen entlang der Wasserstofftransportkette zu untersuchen. Durch den Aufbau und Betrieb einer großskaligen Testumgebung mit betriebsbeanspruchter Infrastruktur konnten praxisnahe Erkenntnisse gewonnen werden, die als Grundlage für Regelwerksarbeit, Investitionsentscheidungen und den sicheren Betrieb zukünftiger Wasserstoffnetze dienen.
von: Sonja Rothenbacher, Frank Graf (beide: DVGW-Forschungsstelle am EBI des KIT), Till Quadflieg (RWE Generation SE), Ann-Christin Fleer (Open Grid Europe GmbH), Jan Suhr (Meter-Q Solutions GmbH), Fabian Unterumsberger (RWE Power AG), Ingo Gersonde (Universität Potsdam), Sebastian Friede (Adlares GmbH), Fabian Howe (Nowega GmbH) & Michael Tewes (ROSEN Technology)
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