Sanierung des Trinkwasserbehälters Reststrauch: technische Lösungen und praktische Einblicke vor Ort

Die Sanierung des über 50 Jahre alten Trinkwasserbehälters „Reststrauch“ im nordrhein-westfälischen Mönchengladbach ist ein herausragendes Beispiel für eine moderne Instandsetzung in der Trinkwasserversorgung. Das technisch und logistisch anspruchsvolle Projekt zeigt, wie sich höchste hygienische Anforderungen mit den Herausforderungen einer komplexen Bauwerksstatik erfolgreich vereinen lassen – und wie durch präzise Planung und innovative Sanierungslösungen ein jahrzehntealtes Bauwerk langfristig fit für die Zukunft gemacht wird.

von Dominik Flint (Flint Bautenschutz GmbH)

 

Auswirkungen der Absenkung der Füllstandsvorgaben in der GasSpFüllstV auf die Wiederbefüllung im Jahr 2025 und die Versorgungssicherheit im Winter 2025/26

Um auf die veränderte Versorgungslage und die strukturellen Unterschiede
zwischen den Untergrundgasspeichern besser reagieren zu können, hat die
deutsche Bundesregierung im Mai 2025 die Gasspeicherfüllstandsverordnung
(GasSpFüllstV) angepasst. Vor diesem Hintergrund untersucht der vorliegende
Fachbeitrag unter Einbezug des DVGW-Gasspeicherreichweitentools, inwieweit die vergleichsweise niedrigen Gasspeicherfüllstände aus dem Frühjahr 2025 die Einhaltung der Füllstandsvorgaben der GasSpFüllstV infrage stellen und ob eine Absenkung die Versorgungssicherheit gefährdet.

von Prof. Dr. Gerald Linke, Frank Dietzsch, Björn Munko & Dr. Stefan Gehrmann
(alle: DVGW e. V.)

 

Was ist der Anlagen- und der Betriebszustand? Erdgas-, H₂- und CO₂-Anlagen im Transport- und Verteilnetz

Der Zustand einer Anlage in Transport- und Verteilnetzen soll ordnungsgemäß, sicher, betriebssicher, betriebsfähig, einwandfrei, geeignet, zulässig, mangelfrei, angemessen oder nicht gefahrbringend sein. Mehrere solcher Anlagenbeschreibungen werden zum Teil nebeneinander in den gleichen Rechtsvorschriften, Normen und Arbeitsblättern des DVGW-Regelwerks genutzt. Mangels Definitionen muss die Bedeutung aus dem Sinnzusammenhang des jeweiligen Dokuments hergeleitet werden. Die Variantenbreite möglicher Zustandsbeschreibungen trägt daher nicht zur Klarheit der Anforderungen an Anlagen bei. Was ist also mit diesen Zustandsbeschreibungen gemeint? Gibt es Unterschiede für Erdgas-, H2- und CO2-Anlagen? Der nachfolgende Fachaufsatz diskutiert Anlagen- und Betriebszustände, ordnet diese ein und schlägt Definitionen vor.

von Dr. Klaus Steiner (Erdgas & Verwandtes)

 

Interview: »Kommunale Energieversorger und Stadtwerke sind das wichtige Bindeglied zwischen Wasserstoff-Infrastruktur und Endkunden.«

Mit der Genehmigung des Wasserstoff-Kernnetzes im Oktober 2024 hat die Bundesrepublik im Rahmen des Wasserstoffhochlaufs ein wichtiges Ziel erreicht. Aus Sicht vieler Branchenakteure ist der Aufbau einer leistungsfähigen H2-Infrastruktur jedoch nur einer von mehreren notwendigen Schritten auf dem Weg zu einer dekarbonisierten und wettbewerbsfähigen deutschen Wirtschaft. Wir haben in diesem Zusammenhang mit Dr. Thomas Hüwener, Sprecher der OGE-Geschäftsführung und Mitglied im Steuerkreis der Initiative Hydrogen Germany,
über geeignete Förderinstrumente, politische Unterstützung, die Rolle kommunaler Akteure und das Ziel eines Wasserstofflands Deutschland gesprochen.

 

Energiespeicher: ein hoher Lösungsbedarf

Heimspeicher, Saisonalspeicher, kommunale Speicher: Der heilige Gral der Energie- und Wärmewende ist noch nicht gefunden. Heute verpuffen die Spitzen von Wind- und Fotovoltaikanlagen oftmals ungenutzt, sobald die Stromnetze voll sind oder keine Abnahme erfolgt. Doch welche Technologien sind heute verfügbar und wie sieht das Energiesystem der Zukunft aus? Der vorliegende Fachbeitrag befasst sich mit diesen und weiteren Fragen und geht bei der Beantwortung auch auf mehrere Fachvorträge ein, die zu dieser Thematik in einer ASUE-Session im Rahmen der diesjährigen Berliner Energietage gehalten wurden.

von Thomas Wencker (ASUE im DVGW e. V.)

 

Wie digitale Zwillinge Wasserverluste reduzieren Praxisbeispiel Valencia

Ein effizienter Betrieb von Trinkwassernetzen ist entscheidend für eine nachhaltige Wasserversorgung und das Minimieren von Wasserverlusten. Leckagen führen zu Verschwendungen und erhöhen die Betriebskosten der Versorgungsunternehmen. Erhöhte Wasserverluste können das Ziel beeinträchtigen, eine flächendeckende
Versorgung zu gewährleisten, insbesondere in Zeiten von Knappheit und Klimawandel.

von Gunnar Brüggmann (Xylem Vue)

 

LoRaWAN: von der Stabsstelle zur strategischen Kerntechnologie

Hinter dem Begriff Long Range Wide Area Network (kurz: LoRaWAN) verbirgt sich eine Funktechnologie, die mittlerweile in zahlreichen Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft Einzug gehalten hat: Sie ermöglicht es z. B., Sensoren
auszulesen und Zählerstände zu erfassen. Vielen Anwendern ist allerdings nicht bewusst, dass für einen sicheren und wirtschaftlichen Dauerbetrieb eine umfassende organisatorische Verankerung notwendig ist und mit dem Einsatz auch komplexe Meldepflichten verbunden sind. Der vorliegende Fachbeitrag zeigt vor diesem Hintergrund anhand eines Praxisbeispiels auf, wie Wartung und Pflege von LoRaWAN-Netzen als Daueraufgabe im Unternehmen implementiert
werden können und welche regulatorischen Pflichten und Erfordernisse mit der Anwendung einhergehen.

von Prof. Dr. Christian Zenger, Kristin Bolz & Kathrin Thielemann (alle: PHYSEC GmbH)

 

„Neu- und Ausbau unterirdischer Infrastruktur und Schwammstadt-Maßnahmen müssen zusammen gedacht werden!“

Aktuell wird viel über den Wandel der Energiesysteme, die Notwendigkeit eines neuen Umgangs mit Wasser in der Stadtentwicklung und die Schlüsselrolle der Fernwärme diskutiert. Bei der angedachten Verzahnung des Neubaus und der Sanierung der unterirdischen Infrastruktur wird jedoch oft das Zusammendenken mit der Transformation zur Schwammstadt außer Acht gelassen. Dabei wären die
anstehenden Umbaumaßnahmen ein Vehikel, um auch diese Transformation kostensparend zu realisieren.

von Nikolaus Geiler (Arbeitskreis Wasser im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e. V.)

 

Interview: »Es ist wichtig, jetzt ins Machen zu kommen!«

Wie gelingt die Energiewende vor Ort und welche Rolle spielt Wasserstoff dabei?
Jürgen Müller, Landrat des nordrhein-westfälischen Kreises Herford und Sprecher
des Bundes der Wasserstoffregionen (BdWR), spricht über politische Hürden, regionale Chancen und den notwendigen Schulterschluss zwischen Kommunen,
Mittelstand und Industrie. Seine Forderungen: mehr Tempo bei Förderprogrammen, weniger Bürokratie und ein Umdenken in der nationalen Infrastrukturplanung.

 

Innovative Einspeisung grüner Gase in Verteilnetze Bericht aus dem DVGW-Projektkreis „Netzzelle“

Um die angestrebte Klimaneutralität in Deutschland bis zum Jahr 2045 realisieren zu können, müssen erneuerbare Gase verstärkt in den Energiemarkt integriert werden. An dieser Stelle setzt das Konzept der Netzzelle an: Es sieht vor, dass zur Einspeisung erneuerbarer Gase in den Netzzellen unter bestimmten Bedingungen Abweichungen von den Gas-Kennwerten des DVGW-Arbeitsblattes G 260 möglich sein können – dies würde es Netzbetreibern ermöglichen, lokal erzeugte Gase zu wirtschaftlichen Bedingungen in die Netze zu integrieren. Der vorliegende Fachbeitrag beschreibt vor diesem Hintergrund den Stand der Regelsetzungsarbeit
zu diesem Thema und erläutert darüber hinaus, welche Chancen das Konzept der Netzzelle bietet.

von Dr.-Ing. Armin Bott (Erdgas Südwest GmbH), Dominik Coquette (WESTNETZ GmbH), Dr. Manfred Dzubiella (Viessmann Holding International GmbH), Uwe Engel (Viessmann Werke GmbH & Co. KG), Felix Fahling, Uwe Klaas, Fenja Severing (alle: DVGW e. V.), Torsten Haug (UNION Instruments GmbH), Markus Hössel, Gerhard Kleppek (beide: GASCADE Gastransport GmbH), Markus Kehlenbeck (EWE NETZ GmbH), Thomas Kempf, Thomas Pfaff, Andreas
Schick (alle: Netze-Gesellschaft Südwest mbH), Lars Klinkmüller (CarboCycle Ingenieurbüro), Peter Meier (Netze BW GmbH), Bernd Meyer (Avacon AG), Dr. Petra Nitschke-Kowsky (Dorsten), Dr. Stefan Sarge (Physikalisch-Technische
Bundesanstalt), Dr. Harald von Canstein (E.ON Bioerdgas GmbH) & Niklas Zigelli (Thüga Aktiengesellschaft)

 

Wasser digital denken: Reallabor für integrierte Lösungen

Eine integrierte Digitalisierung der Wasserversorgung ermöglicht Innovationen des Trinkwasserzyklus mit Mehrwerten für Städte, Kommunen, Unternehmen der Immobilienwirtschaft sowie Nutzenden. Ein Praxistest für integrierte Digitalisierung erfolgt im Netzwerk „InDigWa“ (Integrierte Digitalisierung der Trinkwasserversorgung), an dem 16 Innovationspartner beteiligt sind und innovative Lösungen im Reallabor unter echten Bedingungen zusammengebracht und erprobt werden. Ziel ist es, durch den Einsatz smarter Technologien
und datenbasierter Managementstrategien die Ressourceneffizienz der Trinkwasserversorgung im Wohnquartier zu steigern, die Resilienz des Systems zu erhöhen und die Trinkwasserqualität zu verbessern.

von Susanne Liane Buck (Fraunhofer IAO) & Sarah Kaltenegger (Universität Stuttgart)

 

Die Wärmewende aus Sicht eines Netzbetreibers

In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurde vor allem der Ausbau der erneuerbaren Energien im Stromsektor vorangetrieben. Während der Strommix inzwischen zu über 54 Prozent dekarbonisiert ist (Abb. 1), stagniert die Wärmewende
seit Jahren bei einem Anteil von rund 18 Prozent. In der Großstadt Nürnberg, die über 500.000 Einwohner zählt, setzt die N-ERGIE auf den gezielten Ausbau des bereits bestehenden Fernwärmenetzes. Für die umliegende Region erwarten wir weiterhin einen deutlichen Anstieg bei der Nutzung von Wärmepumpen. Damit verändert sich auch die Rolle des bestehenden Erdgasnetzes, das künftig zunehmend neue Aufgaben übernehmen wird.

von Kathrin Alex (N-ERGIE Netz GmbH)

 

DVGW unterstützt Bau von Filtrationsanlage sowie Wasser-Deionisierungsanlage
beim AVS-Ausbildungsverbund

Der Ausbildung von motivierten und qualifizierten Nachwuchskräften kommt in der Energie- und Wasserwirtschaft mit Blick auf den Fachkräftemangel und den demografischen Wandel eine zentrale Rolle zu. Umso wichtiger ist es, im Ausbildungsprozess praxisorientierte Elemente einzubinden, die die Neugierde und das technische Verständnis fördern. Auch aus diesem Grund hat der DVGW in Chemnitz den Aufbau einer Anlage gefördert, mit der die Auszubildenden praxisnahe Einblicke in den komplexen Prozess der Wasseraufbereitung erhalten.

von Thomas Fritzsche (AVS-Ausbildungsverbund Versorgungswirtschaft Südsachen gGmbH) & Ulrike Holtkamp (DVGW e. V.)