Mit dem Projekt „Underground Sun Storage 2030“ hat RAG Austria AG seit März 2021 den Nachweis erbracht, dass sich bestehende Erdgaslagerstätten auf die Speicherung von Wasserstoff umwidmen lassen. Seit Mai 2025 wird dieser Ansatz im Rahmen des Projekts „EUH2STARS“ auf europäischer Ebene weiterentwickelt und skaliert. Vertreter der DVGW-Landesgruppe Bayern konnten sich kürzlich bei einem Vor-Ort-Termin über die Projektergebnisse informieren und der Frage nachgehen, inwieweit sich das Modell auch auf Deutschland im Allgemeinen und Bayern im Speziellen übertragen lässt.
von: Robert Scherer, Niklas Kehrein (beide: DVGW-Landesgruppe Bayern) & Stephan Bauer (RAG Austria AG)
Die Verbindungstechnik im Tiefbau in der Trinkwasserversorgung steht derzeit vor einer doppelten Umbruchphase: Einerseits ziehen sich etablierte Verbindungssysteme und Sortimentsteile aus dem Markt zurück, andererseits verschärfen sich die hygienischen und regulatorischen Anforderungen an Werkstoffe im Trinkwasserkontakt deutlich. Für Wasserversorger entsteht daraus kein isoliertes Beschaffungsthema, sondern eine strategische Aufgabe, die Materialwahl, Montageprozesse, Ersatzteilhaltung und langfristige Netzsicherheit zugleich betrifft. Besonders relevant ist in diesem Zusammenhang die frühzeitige Umstellung auf bleifreie Werkstoffe sowie auf Verbindungssysteme, die auch unter realen Baustellenbedingungen schnell und sicher verarbeitet werden können. Neben klassischen Schraubverbindern gewinnen daher auch Steckverbinder als Alternative zu pressbasierten Systemen an Bedeutung, weil sie Prozesssicherheit, kompakte Bauweise und montagefreundliche Abläufe in beengten Einbausituationen unterstützen. Der Fachbeitrag zeigt, wie Wasserversorger diesen Wandel technisch, regulatorisch und organisatorisch zu einem schlüssigen Zukunftskonzept für Hausanschlüsse und Verteilnetze zusammenführen können.
von: Ina Hachenberg (BEULCO GmbH & Co. KG)
Die zustandsorientierte Netzspülung dient nicht nur dem Austrag mobilisierbarer Ablagerungen aus dem Trinkwasserverteilungsnetz. Wird sie systematisch nach der Vorgehensweise der Spülung mit klarer Wasserfront geplant, durchgeführt und messtechnisch begleitet, liefert sie zugleich wertvolle Informationen zum Zustand des Netzes. So lassen sich u. a. Aussagen zum Zustand von Armaturen, zur hydraulischen Leistungsfähigkeit, zur Wassertemperatur, zu mikrobiologischen Kontaminationspunkten und zum Vorkommen von Invertebraten ableiten. Damit wird die Spülung zu einem praxisnahen Instrument der Netzanalyse und zu einer belastbaren Grundlage für betriebliche und strategische Entscheidungen.
von: Dr. Andreas Korth (TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser)
Ein unzureichender Datenbestand erschwert die Einschätzung des zukünftigen Instandhaltungsaufwands für Trinkwassernetze. Deshalb wurde ein Online-Tool entwickelt, das eine belastbare Abschätzung des langfristigen Rehabilitationsbedarfs ermöglicht – auch bei begrenzter Datenverfügbarkeit und unterschiedlicher Qualität der Bestandsdaten. Die Anwendung erfordert keine zusätzlichen Datenerhebungen und orientiert sich an den DVGW-Arbeitsblättern W 402 und W 403, wodurch eine praxisnahe und regelkonforme Nutzung gewährleistet ist.
von: Gabriel Elena Manthey (IWW Institut für Wasserforschung gGmbH)
Mit dem Ende der Braunkohlegewinnung im Rheinischen Revier und der im Anschluss geplanten Auffüllung der Tagebaue Hambach und Garzweiler mit Rheinwasser (sowie des Tagebaus Inden mit Wasser aus der Rur) werden sich die Ausgangsbedingungen für die Gewinnung von Trinkwasser in der Region fundamental verändern. Der vorliegende Fachbeitrag geht vor diesem Hintergrund u. a. auf die zu erwartenden Auswirkungen auf Grundwasserdargebot und -hydraulik ein, beleuchtet die Änderungen bei Grund- und Rohwasserbeschaffenheit und skizziert die Bedeutung des Rheinwassers und dessen Qualität für die Zukunft der Wasserversorgung in der Nachbergbauphase.
von: Dr. Nils Cremer (Erftverband)
The IGU Wholesale Gas Price Survey 2026 highlights a structural transformation of global natural gas pricing over the past two decades. Market-based mechanisms increasingly dominate pricing formation, while oil indexation is steadily losing influence. At the same time, expanding LNG trade has enhanced global flexibility and reinforced price responsiveness. The global average wholesale natural gas price of roughly US$5.31/MMBtu in 2025 reflects a stabilisation after the 2022 peak, but volatility remains inherent due to geopolitical risks.
by: Simon Ellis & Mark McCrory (both: International Gas Union), Editor: Prof. Dr. Gerald Linke (DVGW e. V.)
Mit der sogenannten Gassteckdose existiert seit geraumer Zeit die Möglichkeit, Gas-Kochgeräte (z. B. Gasherd oder Kochmulde) unkompliziert und ohne Risiko mit der Gasleitung verbinden und von ihr trennen zu können. Da die Belastungsgrenze dieser Gasanschlüsse in den entsprechenden Regelwerken zwischenzeitlich abgesenkt wurde, sind insbesondere im Zuge der L-/H-Gas-Marktraumumstellung vermehrt Fehlinterpretationen entstanden: Bei den Gasgeräteerhebungen wurden häufig Gasgeräte angetroffen, deren Belastungen teilweise deutlich über dem Grenzwert liegen, aber dennoch lösbar angeschlossen wurden. Der Fachbeitrag erläutert vor diesem Hintergrund, unter welchen Bedingungen und unter Berücksichtigung des Bestandsschutzes ein lösbarer Anschluss weiterhin zulässig ist.
von: Holger Schröder (GaWaBe Technisches Büro für Beratung und Schulung im Gas- und Wasserfach), Thomas Vogt (Maxitrol GmbH & Co. KG) & Kai-Uwe Schuhmann (DVGW e. V.)
Bürgerinnen und Bürger erwarten heute von öffentlichen Wasserversorgern einfache, digitale und jederzeit verfügbare Services. Der Beitrag zeigt, wie Wasserversorger digitale Kundenprozesse pragmatisch aufbauen können, ohne das Ziel einer integrierten Prozesslandschaft aus dem Blick zu verlieren. Bereits eine erste Ausbaustufe mit strukturierter digitaler Antragserfassung kann Rückfragen reduzieren, die Datenqualität verbessern und die Sachbearbeitung entlasten. Entscheidend ist, dass Kundenportal, Datenstrukturen und Übergabeprozesse von Anfang an integrationsfähig angelegt werden. Aus der Perspektive des Kundenportals wird gezeigt, wie Versorger typische Stolpersteine vermeiden und ihre Kundenschnittstelle schrittweise in Richtung vollständiger ERP-Integration sowie künftiger Plattformen (wie z. B. BundID/DeutschlandID) weiterentwickeln können.
von: Erik Weißflog & Jasna Behnke (beide: leapfrog GmbH)
Dezentrale Trinkwasserzwischenspeicher sind eine bisher kaum untersuchte Option zum Ausgleich von Lastgängen in Trinkwasserversorgungsnetzen. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) in Auftrag gegebenen Forschungsprojekts „Flexitility“ wurde die technische Eignung sowie die hygienische und ökonomische Wirkung dieser Anlagen untersucht. Die Ergebnisse aus Pilotbetrieb, Netzsimulationen und mikrobiologischer Begleitforschung zeigen, dass dezentrale Speicher unter geeigneten Randbedingungen einen netzdienlichen Betrieb ermöglichen und zur Reduktion von Lastspitzen beitragen können. Gleichzeitig verdeutlichen die Analysen, dass hohe Investitions- und Betriebskosten sowie offene regulatorische Fragestellungen die praktische Umsetzung derzeit begrenzen.
von: Philip Hammel, David Hoffmann, Jörg Walther, Dr. Volker Preuß (alle: BTU Cottbus-Senftenberg), Dr. Andreas Korth, Dr. Marcus Rybicki, Theresia Meltzer & Tobias Martin (alle: TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser)
Die Transformation hin zu einer klimaneutralen Industrie stellt eine der größten sozioökonomischen Herausforderungen der Gegenwart dar. Nach den aktuellen Syntheseberichten des Weltklimarats (IPCC AR6) sind zum Erreichen von Netto-Null-Emissionen nicht nur Emissionsminderungen, sondern auch Technologien zur aktiven Entnahme von CO₂ aus der Atmosphäre erforderlich [1]. Neben BECCS (Bioenergy with Carbon Capture and Storage) wird CCUS (Carbon Capture, Utilization and Storage) als wesentliche technologische Säule identifiziert [1, 2, 3].
von: Norbert Huber & Bernhard Gatternig (beide: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf)
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