Was heute noch als Gärrest aus Biogasanlagen anfällt, kann künftig Torf ersetzen und hochwertige Recyclingdünger liefern. Das Projekt UpCycling Plus in Mühlacker zeigt, wie sich Nährstoffe zurückgewinnen, CO2-Emissionen vermeiden und neue Geschäftsmodelle für Biogasanlagen erschließen lassen.
von: Dr. Anne Schnell (DVGW e. V.)
Errichtung, Betrieb und Instandhaltung von Gashochdruckleitungen für Wasserstoff und Erdgas erfordern eine gewissenhafte Planung und Ausführung unter Berücksichtigung technischer, organisatorischer und sicherheitsrelevanter Aspekte. Fokussiert werden muss hierbei stets, dass die Umgebung nicht beeinträchtigt und die Sicherheit von Mensch und Umwelt nicht gefährdet wird. Das angepasste DVGW-Regelwerk bildet hierfür ein deterministisches Sicherheitskonzept, das den Stand der Technik abbildet und eine hohe Zuverlässigkeit der Infrastruktur – für Wasserstoff und Erdgas – sicherstellt.
von: Agnes Schwigon (DVGW e. V.) & Dr. Michael Steiner (Open Grid Europe GmbH)
Das Forschungsprojekt „iOLE – Intelligente Online-Leckageerkennung“ hat digitale Verfahren zur automatisierten Leckageerkennung in Trinkwassernetzen entwickelt und validiert. Aufbauend auf einer Analyse der Anforderungen von Wasserversorgungsunternehmen wurden dabei datengetriebene und modellbasierte Ansätze weiterentwickelt, kombiniert und unter realitätsnahen Bedingungen untersucht. Auf Basis der Projekterkenntnisse wird ein stufenweises Validierungskonzept auf Basis der Technology Readiness Levels (TRL) vorgestellt, das den Übergang von Forschungsprototypen zur betrieblichen Anwendung digitaler Leckageerkennungssysteme strukturiert und risikoarm ermöglicht.
von: Dr. Ella Steins, Prof. Dr. Andrea Cominola (beide: Technische Universität Berlin) & Johannes Koslowski (Kompetenzzentrum Wasser Berlin)
Die fortschreitende Digitalisierung kritischer Infrastrukturen erhöht nicht nur deren Effizienz, sondern auch ihre Angreifbarkeit. Mit der NIS2-Richtlinie hat die Europäische Union einen verbindlichen Rahmen geschaffen, der Versorgungsunternehmen zu einem einheitlichen und hohen Informationssicherheitsniveau verpflichtet. Der vorliegende Beitrag beleuchtet, wie die neuen Anforderungen der NIS2-Richtlinie praxisnah in bestehende Managementsysteme der Versorgungsbranche integriert werden können, und legt dabei den Fokus auf den Branchenspezifischen Sicherheitsstandard für Wasser und Abwasser (B3S WA). Auf Grundlage einer Branchenumfrage, eines Anforderungsvergleichs und eines Umsetzungsmodells werden konkrete Handlungsempfehlungen für Versorgungsunternehmen abgeleitet.
von: Maria Ricarda Weiß (Saarbrücken)
In diesem Fachbeitrag wird beschrieben, wie Wasserversorgungsunternehmen auf Basis eines strukturierten, datengetriebenen Verfahrens individuelle Investitionsstrategien entwickeln können – und welche übergreifenden Erkenntnisse sich aus der Beteiligung von 54 Unternehmen aus sieben Bundesländern für den Investitionsbedarf auf kommunaler, Landes- und Bundesebene ableiten lassen.
von: Oliver Hug, Kerstin Wendt (beide: confideon Unternehmensberatung GmbH) & Jörg Sigrist (am-tec switzerland ag)
In regelmäßigen Abständen analysiert der DVGW die Gasversorgungssicherheit mit einem besonderen Fokus auf die Rolle des deutschen Systemspeichers, der die Aggregation aller physischen Speicherkapazitäten im Erdgassystem darstellt [1–5]. Gerade der Speicherfüllstand zu Beginn des Gaswirtschaftsjahres ist ein wichtiger Indikator, welche Anstrengungen über den Winter und bis ins Frühjahr unternommen werden müssen, um den erhöhten Gasabsatz bedienen zu können. Diese temperaturgesteuerte Größe wird in dem Analyse-Werkzeug des DVGW, dem Speicherreichweiten-Tool, für verschiedene winterliche Temperaturverläufe berechnet, um frühzeitig auf die Notwendigkeit der Erhöhung der Importmengen hinweisen zu können. Der Fachbeitrag geht vor diesem Hintergrund auf jüngste Modellanpassungen ein und verdeutlicht durch den Vergleich verschiedener Szenarien die Speicherstände Ende Februar bzw. Ende März. Aus den Berechnungen kann gefolgert werden, dass eine 70-prozentige Speicherbefüllung Anfang Oktober oder November keine ausreichende Sicherheit für einen kalten Winter darstellt.
von: Prof. Dr. Gerald Linke, Dr. Stefan Gehrmann & Frank Dietzsch (alle: DVGW e. V.)
Der Markt für Rechenzentren in Deutschland wächst dynamisch. Die installierte Kapazität ist im Jahr 2025 auf rund 3 Gigawatt (GW) angestiegen, wobei sich das Wachstum räumlich stark auf Ballungsgebiete wie Frankfurt am Main, Berlin, Hamburg, München und das Ruhrgebiet konzentriert [1]. Parallel dazu verschärfen steigende sektorübergreifende Netzanschlussanfragen die Herausforderungen in der Stromversorgung. Die wachsende Zahl an Rechenzentren wird zunehmend zu einem kritischen Faktor der Energieinfrastruktur. Vor diesem Hintergrund untersucht die Kurzstudie die systemintegrative Verortung von Rechenzentren in Deutschland und analysiert die räumliche Nähe zur Gasinfrastruktur, zu Kraftwerken sowie Wärmenetzen. Zudem erfolgt eine Modellierung der Entwicklung der Gesamtleistung bis zum Jahr 2030 sowie eine Trendfortschreibung bis zum Jahr 2045.
von: Luisa Himmler, Dr. Robert Manig, Thomas Wenzel (alle: DBI – Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg), Dr. Stefan Gehrmann (DVGW e. V.) & Elisabeth Grube (DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH)
Das Projektziel von „enerPort-II – Optimierter Energieeinsatz im Hafen-Microgrid @ DGT“ war die Entwicklung und Umsetzung eines nachhaltigen wasserstoffnutzenden Energiekonzepts für das Containerterminal DGT (Duisburg Gateway Terminal) im Duisburger Hafen. Hier entstand ein komplexes und modernes Energiesystem, bestehend aus H2-BHKW, H2-Brennstoffzellen, PV-Anlagen sowie Batterie- und Wasserstoffspeichern, welches die dezentralen Strom- und Wärmeverbräuche vor Ort nun deckt und koordiniert.
von: Dr.-Ing. Lennart Schürmann, Sarah Borchert, Dr.-Ing. Ulrike Ehrenstein, Prof. Dr.-Ing. Anna Grevé, Dr.-Ing. Björn Hunstock (alle: Fraunhofer UMSICHT) & Jan-Christoph Maaß (Duisburger Hafen AG)
Der Klimawandel erhöht die thermische Belastung von Trinkwasserverteilungsnetzen. Im DVGW-Forschungsvorhaben EWaT wurden gemeinsam mit 16 Wasserversorgungsunternehmen aus Deutschland und der Schweiz die Ursachen erhöhter Wassertemperaturen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Temperaturentwicklungen durch das Zusammenwirken von Klima, Boden und Netzhydraulik bestimmt werden. Messungen und numerische Modelle ermöglichen die Identifizierung temperaturkritischer Netzbereiche und schaffen eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für die Bewertung von Temperaturrisiken sowie die Anpassung von Trinkwasserverteilungsnetzen an den Klimawandel.
von: Dr. Andreas Korth, Matthias Lohmann, Dr. Julian Xanke (alle: TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser), Mark Hermannspan, Tanja Rank & Prof. Esad Osmancevic (alle: RBS wave GmbH)
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