Die öffentliche Wasserversorgung in Deutschland steht zunehmend unter dem Einfluss klimatischer Veränderungen. Längere Trockenperioden, steigende Temperaturen und hohe Verbrauchsspitzen erhöhen den Druck auf Wasserressourcen und Versorgungssysteme. Für Wasserversorgungsunternehmen (WVU) wächst damit die Notwendigkeit, ihre Systeme an veränderte Bedingungen anzupassen.
von: Joana Ciraci (DVGW e. V.)
Die Qualitätssicherung beim Bau von Trinkwasserleitungen ist ein zentraler Bestandteil der öffentlichen Wasserversorgung. Ein wesentliches Element dieser Qualitätssicherung stellen Druckprüfungen neu verlegter Rohrleitungen dar. Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass bei der Durchführung und Bewertung von Druckprüfungen weiterhin Unregelmäßigkeiten auftreten, deren Konsequenzen vielen Beteiligen nicht bekannt sind. Diese reichen von mangelndem Verständnis der Prüfverfahren bis hin zu bewusst inkorrekten Auswertungen von Messdaten. Der vorliegende Beitrag beleuchtet die Hintergründe und Risiken dieser Problematik.
von: Caroline Stangl (Wasserwerk-Service)
Im DVGW-Forschungsprojekt OptInspekt (Förder-Nr. W 202017) wurde untersucht, unter welchen Randbedingungen optische und optisch-akustische Inneninspektionen zur objektkonkreten Bewertung von Trinkwasserleitungen eingesetzt werden können. Geprüft wurden eine Schiebekamera, ein Fahrwagensystem und eine Wasserschlange mit Kamera und Hydrophon. Die Praxiseinsätze zeigen, dass insbesondere optische Inspektionen mit dem Fahrwagensystem bei geeigneten Randbedingungen verwertbare Informationen zum Innenzustand von Leitungen liefern können. Dazu zählen Hinweise auf Oberflächenzustand, Rohrverbindungen, Beschichtungen, Ablagerungen, Einbauten, Fremdkörper und Auffälligkeiten im Rohrquerschnitt. Für Wasserversorgungsunternehmen ergeben sich daraus praxisrelevante Anwendungsfelder, insbesondere die Zustandserfassung ausgewählter Leitungsabschnitte, die Vorbereitung grabenloser Sanierungen und die Qualitätskontrolle von Neubauleitungen. Voraussetzung für belastbare Ergebnisse sind eine klar definierte Fragestellung, eine sorgfältige Auswertung der Plandaten, ein abgestimmter Inspektionsablauf, ein tragfähiges Hygienekonzept und ein systematisches Risikomanagement.
von: Dr. Andreas Korth & Theresia Meltzer (beide: TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser)
Obwohl sich der Absatz von Erdgas im Wärmemarkt perspektivisch weiter verringern wird, wird auch langfristig ein nicht unerheblicher Teil des Gebäudebestandes mit gasförmigen Energieträgern beheizt werden. Der verstärkte Einsatz von Biogas bzw. Biomethan bietet in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, den Wärmesektor nachhaltig zu dekarbonisieren. Der vorliegende Fachbeitrag geht vor diesem Hintergrund auf das Potenzial von Biomethan im deutschen Wärmemarkt ein und erläutert anhand von einem konkreten Beispiel, welche finanziellen und ökologischen Folgen sich aus Sicht des Endanwenders ergeben könnten.
von: Prof. Dr.-Ing. Bert Oschatz, Bettina Mailach (beide: ITG Dresden), Werner Weßing (Office for Green Gas) & Christian Creutzburg (GELSENWASSER Energienetze GmbH)
Sechs Wasserwerke, 14 Trinkwasserspeicher, mehr als 4.000 Kilometer Leitungsnetz – und die Frage, wie all das effizient zusammenspielt. Daniel Gronert, bei der RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft (RWW) verantwortlich für das strategische Asset-Management, spricht im Interview über systemisches Asset-Management, strategische Investitionsentscheidungen, den Umgang mit Sabotage- und Bedrohungsszenarien sowie die Rolle Künstlicher Intelligenz. Sein Fazit: Nur wer Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung als zusammenhängendes System begreift, kann Herausforderungen wie Klimafolgen und Versorgungssicherheit bewältigen.
Der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft wird häufig über Importe, große Elektrolyseparks und industrielle Großverbraucher diskutiert. Dezentrale Elektrolyseure müssen dabei mitgedacht werden: Sie können lokale Erzeugungsspitzen aufnehmen, Flexibilität bereitstellen und Strom- und Gasinfrastrukturen koppeln. Wie das funktioniert, zeigt das Projekt Windgas Haurup von Green Planet Energy. Windgas Haurup I verbindet regionalen Windstrom, flexible Wasserstoffproduktion und Gasnetzeinspeisung. Windgas Haurup II soll das Konzept skalieren und technologisch sowie regulatorisch weiterentwickeln.
von: Johannes Stader & Miriam Simone Piecuch (beide: Green Planet Energy eG)
Deutschland soll bis zum Jahr 2045 klimaneutral werden, ein wesentlicher Baustein hierfür ist der Energieträger Wasserstoff. Neben der heimischen Erzeugung rückt hierbei auch der Import aus anderen Regionen der Erde in den Fokus. Der vorliegende Fachbeitrag geht vor diesem Hintergrund der Frage nach, ob und zu welchem Preis Wasserstoff aus Namibia hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten kann. Grundlage für die Betrachtung ist dabei eine Vor-Ort-Analyse zu bestehenden und im Aufbau befindlichen Projekte aus dem im südlichen Afrika gelegenen Staat.
von: Prof. Dipl.-Ing. Wolfgang Wieser (Hochschule München – University of Applied Sciences)
Eignen sich Materialien der aktuellen Gasinfrastruktur auch für Wasserstoff? Für welche Produktgruppen besteht Handlungsbedarf? Und welche Werkzeuge zur Beurteilung sind verfügbar? Die im Forschungsprojekt HydEKuS (G 202208) [1] ermittelten Ergebnisse beantworten Fragestellungen für Elastomere, Flachdichtungswerkstoffe, Schmierstoffe und Dichtmittel. Der vorliegende Fachbeitrag stellt das Forschungsvorhaben vor und erläutert, welchen Nutzen die Ergebnisse für die praktische Anwendung im Gasfach haben.
von: Andreas Strauß, Sonja Lutz (beide: DVGW-Forschungsstelle am EBI des KIT), Maximilian Schicker (DVGW CERT GmbH), Holger Stange (DVGW e. V.) & Dr.-Ing. Clemens Bernhard Domnick (Open Grid Europe GmbH)
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