Das DVGW-Arbeitsblatt W 551-4 ist das erste umfassende Regelwerk, das sich speziell mit der Verhütung, Erkennung und Bekämpfung von Kontaminationen mit Pseudomonas aeruginosa in Trinkwasserinstallationen beschäftigt. Es differenziert
dabei zwischen verschiedenen Einrichtungen in Abhängigkeit von der Vulnerabilität des versorgten Personenkreises. Die besonderen Eigenschaften von P. aeruginosa erfordern ein Vorgehen, das sich von Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung anderer mikrobieller Kontaminationen (wie z. B. der mit Legionellen) in Trinkwasserinstallationen wesentlich unterscheidet. Das Arbeitsblatt gibt daher spezifische Hilfestellung und Orientierung bei der Vermeidung von P. aeruginosa-Kontaminationen (primär-präventive Maßnahmen), bei Verfahren zu ihrer Erkennung (sekundär-präventive Maßnahmen) und den wichtigsten Maßnahmen zur Risikobeherrschung (tertiär-präventive Maßnahmen).
von Dr. Iris Hübner (RheinEnergie AG) & Dr. Karin Gerhardy (DVGW e. V.)
Fachgerechte Probennahmen sind die Basis jeder Bewertung einer Trinkwasserinstallation. Während im Labor kaum Fehler gemacht werden, sieht dies bei der Probennahme oftmals anders aus. Fehlbefunde entstehen, weil
die Probennehmer häufig unter Zeitdruck stehen, weder die Installationspraxis noch die Bauart von Armaturen kennen und sich manchmal auch nicht an die Probennahmevorschriften des Umweltbundesamtes halten. Dies führt insbesondere zur Beprobung von Mischwasser und von Entnahmestellen in leerstehenden Wohnungen.
von Dr. Peter Arens (SCHELL GmbH & Co. KG)
Beim Aufbau des Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netzes, kurz HH-WIN, ist Tempo gefordert. Denn die Förderbedingungen von Bund und Stadt sehen einen Betriebsstart des zunächst 40 km langen Leitungsnetzes bereits für das Jahr 2027 vor. Bis 2031 soll die Netzinfrastruktur zügig auf 60 km wachsen. Um größtmögliche Effizienz und
Geschwindigkeit in das Projekt zu bringen, nutzen die Hamburger Energienetze mehrere Ansätze. Sie widmen frühere Erdgas-Leitungen um und kombinieren das Legen von Wasserstoff-, Strom- oder Fernwärmetrassen.
von Bernd Eilitz (Hamburger Energienetze)
Im vorliegenden Fachbeitrag wird ein innovatives Konzept vorgestellt, welches die Nutzung der Gasdruckregelung zur Stromerzeugung und in der Folge die sehr effiziente Produktion von H2 beinhaltet. Zunächst wird die Anlage mit ihren Kennzahlen vorgestellt. Anschließend werden die rechtlichen Probleme für einen
regulierten Netzbetreiber dargestellt, welche innovative Anlagenkonzepte derzeit stark behindern. Darauf aufbauend werden Lösungskonzepte vorgeschlagen, wie diese Hindernisse beseitigt werden können.
von Dr.-Ing. habil. Steffen Päßler (ONTRAS Gastransport GmbH) & Prof. Dr.-Ing. Uwe Jung (HTWK Leipzig)
Die Stahlindustrie in Deutschland zählt zu den klimaintensivsten Sektoren der deutschen Wirtschaft – entsprechend groß ist das Potenzial, beispielsweise durch den Einsatz von grünem Wasserstoff nachhaltig zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen beizutragen. Wir haben in diesem Zusammenhang mit Konrad Wohlfarth von der SHS – Stahl-Holding-Saar über technologische Ansätze, die Notwendigkeit einer europäisch koordinierten Wasserstoffpolitik und das drohende Szenario einer Deindustrialisierung durch Dekarbonisierung gesprochen.
von Theresa Schlömicher (Energienetze Steiermark GmbH)
Die NEW-Gruppe in Mönchengladbach treibt das Thema Künstliche Intelligenz strategisch voran. Dr. Alexandra Redmann, verantwortlich für KI-Strategie und -Entwicklung, erläutert, wie das kommunale Dienstleistungsunternehmen die Technologie im Unternehmen verankert, welche Rahmenbedingungen entscheidend und warum Vertrauen und Begeisterung zentrale Erfolgsfaktoren sind.
Die Nationale Wasserstoffstrategie setzt auf eine sichere Versorgung durch eine umfangreiche nationale Wasserstoff-Produktion sowie auf die Diversifizierung und Absicherung internationaler Importe von Wasserstoff. Daraus ergibt sich zwangsläufig der Bedarf an einer überregionalen Transport- und Speicherinfrastruktur für Wasserstoff und seine Derivate. Hier setzte das Wasserstoff-Leitprojekt TransHyDE an: Insgesamt haben 109 Partner und assoziierte Partner in zehn Projekten an der Auflösung technologischer und ökonomischer Hemmnisse gearbeitet, die den effizienten Transport und die Speicherung von grünem Wasserstoff beeinträchtigen.
Der vorliegende Fachbeitrag gibt einen Überblick über die dabei gemachten Ergebnisse.
von TransHyDE-Geschäftsstelle
Die Energie- und Wasserwirtschaft steht vor großen Herausforderungen – und
noch größeren Chancen. Künstliche Intelligenz, Netzsteuerung oder Speichertechnologien sind wichtige Hebel, doch entscheidend bleibt der Faktor Mensch. Im Gespräch mit Vanessa Besler de Castro wird deutlich, warum Personalentwicklung heute weit über fachliche Weiterbildung hinausgeht, welche Kompetenzen Führungskräfte für eine erfolgreiche Transformation benötigen und wie Unternehmen Fachkräfte durch eine moderne Lern- und Innovationskultur langfristig binden.
Der Fachkräftemangel gehört zu den größten Herausforderungen der Energiewirtschaft – und er wird sich durch den demografischen Wandel in den kommenden Jahren noch deutlich verschärfen. Schon heute fehlen Ingenieurinnen, Projektleiter und Facharbeiter, doch künftig wird schlicht nicht mehr genug Humanpotenzial in der
Branche vorhanden sein, um den steigenden Bedarf zu decken. Dies betrifft nicht nur die White-Collar-Bereiche, sondern ebenso Planung, Bau und Netzbetrieb, wo auch gewerbliche Kräfte zunehmend knapp werden. Klassische Recruiting-Strategien stoßen damit an ihre Grenzen. Umso wichtiger sind neue Ansätze, die den Kandidatenpool
erweitern und gleichzeitig sicherstellen, dass Fachkräfte für ihre Aufgaben optimal vorbereitet sind. Mit der „Energiebrücke“ hat Callidus ein Modell entwickelt, das genau dies ermöglicht: Es baut eine Brücke zwischen Quereinsteigern/-einsteigerinnen aus anderen Branchen und den spezifischen Anforderungen der Energiewirtschaft.
von Ron-Arne Sydow (Callidus Energie GmbH)