Untersuchungen der zuständigen Institutionen und Behörden zeigen, dass auch in der Schweiz die Folgen des Klimawandels immer deutlicher zu spüren sind. Für den Wassersektor bringt dies Herausforderungen mit sich: Angesichts einer steigenden Anzahl von Hitzetagen, zunehmend trockeneren Sommern, vermehrt zu beobachtenden Starkregenereignissen und schneearmen Wintern wird es für die Wasserversorgungsunternehmen des Landes zunehmend anspruchsvoll, die knapp 9 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner zuverlässig mit Trinkwasser zu versorgen. Der
Schweizerische Fachverband für Wasser, Gas und Wärme (SVGW) hat vor diesem Hintergrund eine Sonderarbeitsgruppe zum Thema „Trockenheit/Klimawandel“ gegründet, die mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf die heutige und künftige Wasserversorgung identifizieren und Anpassungsstrategien/-maßnahmen entwickeln soll.
von Martin Bärtschi & Michael Meier (beide: Schweizerischer Fachverband für Wasser, Gas und Wärme)
Um die Bevölkerung wirksam vor Risiken und Krisen zu schützen, ist eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen staatlichen und kommunalen Stellen sowie Betreiberinnen und Betreibern Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) unerlässlich. Diese Kooperation ist jedoch häufig unzureichend, obwohl sie essenziell wäre, um sich gemeinsam und umfassend mit den relevanten Akteurinnen und Akteuren auf wachsende Herausforderungen vorzubereiten. Daher untersucht die Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz GmbH (wvr) im Auftrag des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) mit dem Forschungsprojekt IMPULS, wie eine verbesserte Umsetzung eines integrierten Risikomanagements (IRM) besonders im Sektor Wasser gelingen kann. Dazu wurden bundesweit ausgewählte Behörden und
Unternehmen befragt – mit dem Ziel, die Umsetzungstreiber und -hemmnisse im IRM zu identifizieren, um übertragbare Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Auf Grundlage der Ergebnisse entstehen bis 2026 zwei Produkte, die im vorliegenden Beitrag vorgestellt werden: eine praxisnahe Arbeitshilfe in Form eines Werkzeugbaukastens, die Akteurinnen und Akteure mit den nötigen Hilfsmitteln unterstützt, IRM effektiver umzusetzen, sowie ein interaktives Schulungsmodul.
von Nathalie Sänger, Natalie Pikos & Ronald Roepke (alle: Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz GmbH)
Der Einfluss erhöhter Trinkwassertemperaturen im Trinkwasserrohrnetz auf die Trinkwasserqualität gewinnt aufgrund der zunehmenden extremen Temperaturereignisse in den Sommermonaten der letzten Jahre auch in
Deutschland stetig an Bedeutung. Für das Team der RBS wave GmbH war es äußerst wichtig, dass im Rahmen der durchgeführten Forschung seit 2016 die Einflussfaktoren auf die Erhöhung der Trinkwassertemperatur im Trinkwasserrohrnetz beschrieben und bewertet sowie sinnvolle kurz-, mittel- und langfristige Gegenmaßnahmen ermittelt werden, die bei möglichst geringem Aufwand die Trinkwassertemperatur im Trinkwasserrohrnetz senken.
von Prof. Dr.-Ing. Esad Osmancevic (RBS wave GmbH)
Die Sicherstellung einer zuverlässigen, qualitativ einwandfreien und flexiblen Trinkwasserversorgung in wachsenden Städten ist eine der zentralen infrastrukturellen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Dresden steht dabei vor der doppelten Aufgabe, einerseits die Grundversorgung der Bevölkerung dauerhaft zu garantieren und andererseits den steigenden Bedarf industrieller Großabnehmer – insbesondere aus der Halbleiterbranche – zu bedienen. Das Unternehmen SachsenEnergie
erweitert daher sein historisches Wasserwerk Hosterwitz. Aufgezeigt werden die verschiedenen Phasen des Ausbaus mit Blick auf die hohen Kollisionsfaktoren der Maßnahmen und den Umbau im Volllastbetrieb.
von Martin Ruppert (SachsenEnergie AG)
Mithilfe von Wasserstoffderivaten ist es möglich, Wasserstoff (H2) über lange Distanzen kosteneffizient zu transportieren. Sie sind somit die bevorzugte Wahl für den Import von Wasserstoff per Schiff und werden eine wichtige Rolle in der
zukünftigen Wasserstoffwirtschaft spielen. Aber was passiert mit den Derivaten nach dem Import? In den meisten Szenarien wird der Wasserstoff am Hafen aus dem Derivat freigesetzt und anschließend per Pipeline im Inland verteilt. Der
Pipelinetransport ist günstig und effizient, benötigt aber ein entsprechend ausgebautes Pipelinenetzwerk. Verfügt die Anwendung über keinen eigenen Pipelineanschluss, kann der Transport von Wasserstoff zu erheblichen Kosten führen. Im Gegensatz dazu ist der Transport von Wasserstoffderivaten kostengünstig. Dadurch ergeben sich interessante potenzielle Anwendungsmöglichkeiten für die dezentrale Freisetzung von Wasserstoff aus Derivaten sowie deren direkte Nutzung.
von Oliver Ulrich, Philipp Morsch & Prof. Dr.-Ing. Andreas Peschel
(alle: Institut für nachhaltige Wasserstoffwirtschaft der Forschungszentrum Jülich GmbH)
Spätestens mit der Vorstellung der Detailpläne für das zukünftige Wasserstoff-Kernnetz wurde deutlich, dass in Deutschland in naher Zukunft Gasleitungen im großen Stil auf den Energieträger Wasserstoff umgestellt werden. Die für die
Umstellung von Gasverteilnetzen erforderlichen DVGW-Regelwerke sind bereits vorhanden, sodass eine Umstellung auf Wasserstoff regelwerkskonform erfolgen kann. Wie die ersten Netzumstellungen und Ergebnisse aus diesem Projekt „H2Umstell“ zeigen, sind an verschiedenen Stellen jedoch Anpassungen hinsichtlich des Prozesses und auch zur Klarstellung und Optimierung sinnvoll. Der vorliegende Fachbeitrag geht vor diesem Hintergrund auf die einzelnen Phasen des Umstellprozesses ein und formuliert Handlungsempfehlungen für ein optimiertes Umstellmanagement.
von Jens Hüttenrauch, Josephine Glandien, Maik Hoffmann, Christopher Knorr, Philipp Pietsch, Jonas Sperlich (alle: DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH), Dr. Frank Burmeister, Nils Janßen (beide: Gas- und Wärme-Institut Essen e. V.),
Wolfgang Köppel & Amin Khayatzadeh (beide: DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut des KIT)
Das DVGW-Regelwerk kennt gleichwertige Verfahren, Methoden, Produkte, Schutzmaßnahmen, Sicherheitsanforderungen, Befähigungen, Qualifikationen des Betreibers, Regeln der Technik und Normen, betriebsbewährte Lösungen,
Referenzen, Unterlagen, Techniken zur Überwachung, Einstellung von Geräten und Werkstoffe. Mangels Definitionen der Anforderungen an Gleichwertigkeit müssen die jeweiligen Bedeutungen aus dem Sinnzusammenhang des jeweiligen
Regelwerksdokumentes hergeleitet werden. Dabei tragen Interpretationsspielräume nicht zur Klarheit des DVGW-Regelwerks bei. Anforderungen zur Feststellung der Gleichwertigkeit von Alternativ- und Referenzsystemen werden daher in diesem Fachaufsatz diskutiert. Darüber hinaus wird ein tabellarisches Szenario abgeleitet, das Kriterien zur Feststellung der Gleichwertigkeit von Produkten, Leistungen und Methoden im Gasfach listet und verbundene Abläufe sortiert.
von Dr. Klaus Steiner (Erdgas & Verwandtes)
Die 149., Ordentliche Mitgliederversammlung des DVGW hat am 23. September 2025 in Bonn stattgefunden. Rund 200 Mitglieder, die knapp 20.000 Stimmen auf sich vereinten, kamen am Vortag des DVGW-Kongresses zusammen, um sich über wichtige vereinspolitische Themen auszutauschen und entsprechende Beschlüsse zu fassen.
von Dr. Susanne Hinz & Carolin Spiegelburg (beide: DVGW e. V.)
Die Herausforderungen, auch zukünftig eine sichere Wasserversorgung in Deutschland zu gewährleisten, nehmen weiterhin deutlich zu. Insbesondere die Auswirkungen des Klimawandels haben einen großen Einfluss auf die Sicherheit der zukünftigen Wasserversorgung. Eine zielgerichtete Forschung zur Standortbestimmung und zur
Ableitung von Handlungsoptionen soll speziell in den Themenbereichen „Digitale Werkzeuge zur Wasserqualität“, „Wasserwerk der Zukunft“ und „Resilienz der Wasserversorgung“ weiterhin gezielt unterstützen. Vor diesem Hintergrund hat sich der DVGW dazu entschieden, das Zukunftsprogramm Wasser fortzuführen – der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die neue Programmstruktur und die zukünftigen Themenschwerpunkte.
von Dr. Julia Rinck (DVGW e. V.)
Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) hatte der DVGW mit sechs Projektpartnern (DIN, DKE, NWB, VDA, VDI und VDMA) im Januar 2023 die Arbeiten an der Normungsroadmap Wasserstofftechnologien gestartet. In einem breiten Beteiligungsprozess mit über 700 Fachleuten aus Wirtschaft,
Wissenschaft, öffentlicher Hand und Zivilgesellschaft wurde innerhalb der dreijährigen Projektlaufzeit ein strategischer Fahrplan für die technische Regelsetzung erarbeitet. Strategisch begleitet wurden diese Arbeiten von einem Steuerungskreis, bestehend aus führenden Persönlichkeiten der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.
von Dennis Stark, Joelina Gerards, Isabelle Schaarschmidt, Karsten Skorzus, Thomas Systermans & Christian Wiedenhöft (alle: DVGW e. V.)
Editorial
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